Kaum eine Stadt vereint so viel Schönheit auf so engem Raum wie Salzburg. Eingezwängt zwischen der Salzach und den Felswänden des Mönchsbergs, am Fuß der Alpen nahe der deutschen Grenze, wurde Österreichs viertgrößte Stadt reich durch den Salzhandel, dem sie ihren Namen verdankt, und investierte diesen Reichtum in Kuppeln, Paläste und Plätze, die so vollkommen erhalten sind, dass die gesamte historische Altstadt 1996 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. Zugleich ist Salzburg wie geschaffen für selbstgeführte Audiotouren: kompakt, weitgehend Fußgängerzone und voller Geschichten — schlendern Sie im eigenen Tempo, während der Audioguide die Geschichte hinter jeder Fassade erzählt.
Die Stadt der Fürsterzbischöfe
Tausend Jahre lang wurde Salzburg nicht von Königen regiert, sondern von Fürsterzbischöfen, und ehrgeizige Bauherren wie Wolf Dietrich von Raitenau machten sich ab 1587 daran, die mittelalterliche Handelsstadt in ein barockes Schaustück zu verwandeln. Ihr Erbe erfüllt die Altstadt: der Salzburger Dom, 1628 geweiht und eine der bedeutendsten frühbarocken Kirchen nördlich der Alpen; der Residenzplatz, dessen marmorner Residenzbrunnen von 1661 der größte Barockbrunnen nördlich der Alpen ist; und die Prunkräume der Salzburger Residenz, in der die Erzbischöfe Hof hielten. Über allem thront die Festung Hohensalzburg, begonnen 1077 und eine der größten vollständig erhaltenen mittelalterlichen Burgen Europas — fahren Sie mit der Standseilbahn hinauf oder nehmen Sie den Fußweg, und lassen Sie sich vom Audioguide durch neun Jahrhunderte nie geschlagener Belagerungen führen. Unten, neben Salzburgs ältester Abtei, leuchten am Abend die in den Fels gehauenen Gräber des Petersfriedhofs im Kerzenschein.
Mozarts Heimatstadt
Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27. Januar 1756 in der Getreidegasse Nr. 9 geboren, jener schmalen Gasse, die für ihre schmiedeeisernen Zunftschilder berühmt ist, und schon am nächsten Tag im Dom getauft. Er diente als Musiker am erzbischöflichen Hof, bevor er nach Wien ging, doch Salzburg ließ ihn nie los: Sein Geburtshaus ist heute ein vielgeliebtes Museum, das ganze Jahr über erklingen Konzerte, und jeden Sommer machen die Salzburger Festspiele die Stadt zur Welthauptstadt der klassischen Musik.
Gärten, Wasserspiele und The Sound of Music
Jenseits des Flusses verbinden die Mirabellgärten — angelegt unterhalb der Marmorsäle von Schloss Mirabell — den Blick vom Pegasusbrunnen auf die Festung mit jener Treppe, die jeder Sound of Music-Fan aus „Do-Re-Mi“ kennt. Ein Stück weiter südlich durchnässt Schloss Hellbrunn (1613–1619) bis heute ahnungslose Gäste mit den Wasserspielen, die sich sein verspielter Erzbischof vor vier Jahrhunderten ausdachte.
Salzburg belohnt die Gemächlichen: Steigen Sie für die Aussicht auf die Stadtberge, und treiben Sie dann Gasse für Gasse mit einer Audiotour im Ohr — so offenbart sich die Barockstadt Geschichte für Geschichte.