Koreas zweite Stadt am Meer
Busan ist der Ort, an dem Südkorea auf das Meer trifft — eine Stadt mit 3,3 Millionen Einwohnern, eingeklemmt zwischen grünen Bergen und einer Küste aus Stränden, Klippen und einem der verkehrsreichsten Containerhäfen der Welt. Sie ist Seouls lauteres, salzigeres Gegenstück: Fischerboote und Filmfestivals, in allen Farben bemalte Hangdörfer und Bergtempel über brandungsumspülten Felsen. Zugleich ist sie eine Stadt, deren beste Geschichten sich vor aller Augen verbergen — darum lohnt es sich, sie mit selbstgeführten Audioguides zu erkunden: Jedes Wahrzeichen birgt eine Geschichte, die ein flüchtiger Blick nicht preisgibt, vom Kriegszufluchtsort bis zur filmischen Renaissance.
Eine Stadt, geprägt von Zuflucht
Während des Koreakriegs war Busan eine von nur zwei Städten, die nie erobert wurden — sie wurde provisorische Hauptstadt und nahm Hunderttausende Flüchtlinge auf. Diese Geschichte ist in ihre Straßen eingeschrieben. Das Gamcheon Culture Village begann als hastig errichtete Flüchtlingssiedlung, die sich einen Hang hinaufstapelte; seit 2009 haben Künstler und Bewohner die terrassierten Häuser in ein Labyrinth aus bunten Fassaden, Wandbildern und Aussichtspunkten verwandelt — ein Audioguide erzählt, wie aus Not eines der meistfotografierten Viertel Koreas wurde. Unten am Hafen wuchs der Gukje-Markt aus dem Dottaegi-Markt von 1945 zu einem Labyrinth von mehr als 1.400 Ständen heran, in dem noch immer der Händlergeist der Nachkriegsjahre summt.
Tempel, Strände und eine glitzernde Brücke
Busans Küste übernimmt das Sightseeing für Sie. Der Haeundae-Strand entrollt 1,5 Kilometer weißen Sand — Koreas berühmtester Küstenabschnitt — während der Gwangalli-Strand auf die Gwangan-Brücke blickt, spektakulär nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Spannweite über der Bucht aufleuchtet. Im Osten klammert sich der Tempel Haedong Yonggungsa, 1376 gegründet und nach der Kolonialzeit wiederaufgebaut, an Küstenfelsen am Fuß von 108 laternengesäumten Stufen — einer der seltenen Klippentempel des Landes, dessen Geschichte man am besten direkt dort hört. Im Landesinneren liegt der alte Beomeosa-Tempel in den Falten des Bergs Geumjeongsan, und die bewaldeten Klippen von Taejongdae stürzen senkrecht in die Meerenge.
Märkte, Filme und Milmyeon
Auf dem Jagalchi-Markt, Koreas größtem Fischmarkt, füllen Becken mit lebenden Meeresfrüchten das Erdgeschoss, während die Restaurants im Obergeschoss sie mit Meerblick servieren. Der nahe BIFF Square feiert das Internationale Filmfestival Busan, das der Stadt 2014 den Titel UNESCO City of Film einbrachte. Kommen Sie hungrig: Dwaeji Gukbap (Schweinefleisch-Reissuppe) und Eomuk-Fischküchlein wurden hier erfunden.
Tipp: Beginnen Sie im alten Hafenviertel — Jagalchi, der BIFF Square und der Busan Tower im Yongdusan-Park liegen auf einem einzigen bequemen Spaziergang, mit einer Audio-Geschichte an jeder Station.