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Santiago

Chiles Hauptstadt unter den schneebedeckten Anden, wo koloniale Plätze und Präsidentenpaläste auf bohemehafte Street-Art, Nerudas Häuser und Weltklasse-Wein treffen.

Orte in Santiago

Santiago liegt in einem Kessel aus Bergen — an einem klaren Nachmittag ragen die schneebedeckten Anden hinter fast jeder Straßenecke auf, so nah, dass Skifahrer binnen einer Stunde auf der Piste stehen können. 1541 von Pedro de Valdivia gegründet, der die Stadt von der Felskrone des Hügels Santa Lucía aus proklamierte, ist Chiles Hauptstadt zu einer kosmopolitischen Metropole aus kolonialen Plätzen, gläsernen Türmen und bohemehaften Hangvierteln herangewachsen. Diese Stadt erschließt man am besten Geschichte für Geschichte, und genau das ermöglichen selbstgeführte Audiotouren: Schlendern Sie im eigenen Tempo, während jedes Wahrzeichen erklärt, wie aus einer königlichen Münzprägeanstalt ein Präsidentenpalast wurde oder warum ein Dichter sein Haus wie ein Schiff bauen ließ.

Von der Plaza de Armas zur La Moneda

Das historische Zentrum folgt noch immer Valdivias ursprünglichem Raster. Auf der Plaza de Armas teilen sich Schachspieler und Straßenkünstler die Palmen mit der Metropolitankathedrale, die Ende des 18. Jahrhunderts neu errichtet wurde und innen mit vergoldeten Säulen glänzt. Wenige Blocks entfernt steht der Palast La Moneda — als koloniale Münzprägeanstalt geboren, beim Putsch von 1973 bombardiert und heute Amtssitz des chilenischen Präsidenten, mit einer großen Wachablösung samt berittenen Einheiten und Militärkapelle. Es sind Orte, an denen sich das Drama im Detail verbirgt — genau dafür ist ein Audioguide da.

Hügel, Dichter und Street-Art

Überqueren Sie den Mapocho in Richtung Bellavista, und die Stadt lockert die Krawatte: Wandbilder säumen die Straßen, und Pablo Nerudas Wohnhaus-Museum La Chascona zieht sich den Hang hinauf wie die Kajüte eines Schiffes. Über allem erhebt sich der Cerro San Cristóbal — fahren Sie mit der Standseilbahn von 1925 hinauf zur 22 Meter hohen Marienstatue und zu einem der großen Andenpanoramen. Zurück über dem Fluss bietet das Barrio Lastarria den eleganten Kontrapunkt: Weinbars, Galerien und schattige Plätze am Fuß der Santa Lucía.

Märkte, Erinnerung und moderne Höhen

Auf dem Zentralmarkt, unter einem 1872 in Glasgow geschmiedeten Gusseisendach, schöpfen Marisquerías Paila Marina neben Bergen frischer Meeresfrüchte. Das Chilenische Museum für präkolumbische Kunst umspannt Jahrtausende andiner und amerikanischer Kulturen, während das Museum für Erinnerung und Menschenrechte die Diktaturjahre 1973–1990 mit schonungsloser Ehrlichkeit aufarbeitet. Für den weiten Blick fahren Sie hinauf zum Sky Costanera, der 300 Meter hohen Aussichtsplattform auf Südamerikas höchstem Turm.

Tipp von Einheimischen: Morgens ist es oft dunstig — der Nachmittagswind klärt die Luft, heben Sie sich die Aussichtspunkte auf den Hügeln also für später auf.

Mit den Weintälern Maipo und Casablanca in weniger als einer Stunde Entfernung und Valparaísos bunten Hügeln in Tagesausflugsreichweite ist Santiago eine natürliche Basis — doch gönnen Sie der Stadt selbst ein paar Tage. Ihre Geschichten sind es wert, gehört zu werden.

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