Kaleiçi, vom Tor zum Hafen
Vom Hadrianstor am Uhrturm vorbei zum römischen Hafen, dann durch Kaleiçis osmanische Gassen hinauf zum Hıdırlık-Turm und zum Karaalioğlu-Park. Ein kurzer Spaziergang über Kopfsteinpflaster: ein Abstieg zum Wasser, ein Aufstieg zu den Klippen.
Route
Sie stehen auf dem Boulevard, der an der Ostmauer von Kaleiçi entlangführt, Antalyas Altstadt. Der Name bedeutet innere Burg, und der Bezirk liegt noch immer innerhalb eines Hufeisens aus doppelten Mauern, mit dem Meer auf der offenen Seite. Die Straßenbahnschienen unter Ihren Füßen wurden 1999 für gebrauchte Wagen aus Nürnberg verlegt, und die Haltestelle heißt Üç Kapılar, Drei Tore, nach dem römischen Bogen, den die Stadt als Haupteingang nutzt. Hinter der Mauer warten in den Gassen etwa dreitausend rotbedachte Häuser. Die Hesapçı Sokak führt geradewegs vom Bogen hinein; dorthin geht der Rundgang. Der Bogen selbst ist nicht zu übersehen: drei Marmoröffnungen zwischen zwei Türmen, genau in der Mauerlinie.
1972 wurde ganz Kaleiçi samt dem Innenhafen zum Schutzgebiet erklärt, und deshalb haben die Gassen vor Ihnen ihre steinernen Erdgeschosse und hölzernen Obergeschosse behalten, während die Stadt draußen in die Höhe wuchs. Durch die ruhige Seite der Altstadt entlang der İmaret Sokak, fünf Minuten. Die Gassen enden an der Kalekapısı, wörtlich dem Burgtor, benannt nach dem Festungstor, das hier stand; die Straßenbahnhaltestelle an der Hauptstraße trägt den Namen bis heute. Den Platz erkennen Sie an einem hohen Steinturm mit einem Zifferblatt auf jeder Seite, dort, wo sich die Gasse öffnet.
Uhrturm von Antalya
Römischer Wachturm mit vier Zifferblättern, ein Geschenk eines deutschen Kaisers.
Zwei Minuten hinter dem Uhrturm herum über die Izmirli Ali Efendi Sokak, alles eben, eine Erleichterung nach den Gassen. Der ummauerte Garten, auf den Sie zugehen, ist nicht ein Gebäude, sondern ein ganzer seldschukischer Bezirk: Ein Derwischkloster, das auf 1255 zurückgehen soll, teilt sich den Grund mit einem alten Bad und zwei Grabbauten, von denen einer 1377 errichtet wurde, und die tanzenden Derwische nutzten das Kloster seit dem sechzehnten Jahrhundert. Die Ankunft braucht keine Beschreibung: Aus einem ummauerten Garten vor Ihnen erhebt sich ein gerillter Backsteinschaft, gerippt wie ein Bündel Orgelpfeifen, das Minarett, das die ganze Stadt zu ihrem Wahrzeichen gemacht hat.
Zurück über die Izmirli Ali Efendi Sokak und weiter durch die Fußwege zum Hauptplatz der Stadt, fünf Minuten auf ebenem Grund. Auf dem Platz der Republik versammelt sich das moderne Antalya: Geschäfte, Bürozentren und Behörden säumen ihn, und bis die historische Straßenbahn im Sommer 2026 eingestellt wurde, war Cumhuriyet Meydanı ihre zentrale Haltestelle, der Ort auf dem einzelnen Gleis, an dem sich die beiden alten Wagen begegneten. Bei Tag sind es meist der Wind vom Meer und Menschen, die sich auf die Balustrade stützen. Der Platz ist unverwechselbar, weil der Boden einfach endet. Gehen Sie zum Geländer, und der römische Hafen liegt direkt unter Ihnen, samt Masten, bewacht von einem bronzenen Reiter.
Von dem Platz aus führen Wege im Zickzack die Klippe hinab zum Wasser, vier Minuten, und der Hafen wird unter dir immer größer. Unterwegs kommst du den Verteidigungsanlagen der Altstadt ganz nah. Antalya war von zwei Mauerringen umgeben, und der innere umschließt den Hafen im Halbkreis; der Stein neben dem Pfad gehört also zu demselben Ring, der oben Kaleiçi umfasste. Unten liegt das Wasser im Becken still und grün, Takelage klirrt an den Masten, und Bootsleute rufen die Ausflüge des Tages aus. Du erreichst den Kai selbst. Ausflugsboote schieben sich neben die Segelyachten, und auf der anderen Seite des Beckens steigt die alte Mauer direkt aus dem Wasser.
Gehen Sie am Kai entlang und ein Stück die Tuz Kapısı Sokak hinauf, die Straße des Salztors, vier Minuten. Der Name erinnert daran, was durch diesen Hafen ging: In byzantinischer und seldschukischer Zeit verschiffte er Holz, Oliven, Getreide, Textilien, Teer und Zitrusfrüchte aus dem Hinterland und lag am Seeweg zwischen Ägypten und Konstantinopel. Unten schaukeln Boote an ihren Liegeplätzen; darüber stapeln sich die Gassen den Hang hinauf. Der Stopp ist leicht zu entdecken und leicht zu übersehen: ein winziger sechseckiger Pavillon, kaum größer als ein Kiosk, auf Steinpfeilern am Hafenrand.
Zurück die Tuz Kapısı Sokak hinunter und über die Wege, die die südliche Biegung des Hafens umrunden, vier Minuten. Der Hafen, den Sie verlassen, hatte einst ein Arbeitsgesicht: Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts entstanden am Hafen ein Zollhaus und eine große Mühle, als der große Turm, der die Einfahrt bewacht hatte, schon eine Ruine war, und Sanierungsarbeiten Ende der 1960er Jahre räumten alle drei ab. Heute ist die Seemauer nackter Stein, über die die Häuser der Altstadt hinunterblicken. Der Pfad verengt sich zwischen Mauer und Wasser und öffnet sich dann auf eine kleine Strandbucht unter den Befestigungen, mit der Hafeneinfahrt auf der einen Seite und der Klippe darüber. Ein Strand unter einer mittelalterlichen Mauer: Sie sind angekommen.
Das Meer fällt hinter Ihnen ab, und der Hafenlärm dünnt zu Ihren eigenen Schritten auf dem Pflaster aus: sechs Minuten Stufen vom Wasser hinauf in die Fırın Sokak. Fırın ist die Bäckerei, eine Gasse, benannt nach einem Handwerk. 1984 gewann die Restaurierung dieser Straßen den FIJET Golden Apple, den Preis der Reisejournalisten, und die Häuser, an denen Sie vorbeigehen, sind das Ergebnis: unten Stein, oben Holz, rote Ziegel und das Meer in jeder Lücke. Der Stopp ist die Gasse selbst. Sie sind angekommen, wo die Fırın Sokak zwischen restaurierten Häusern eben wird und die hölzernen Obergeschosse auf beiden Seiten über die Steinmauern vorkragen und sich über der Gasse schließen.
Die Gassennamen hier lesen sich wie das Berufsverzeichnis der Altstadt: Tabakhane ist die Gerberei, Hesapçı der Buchhalter. Eine kurze Schleife von drei Minuten bringt dich auf die Hesapçı Sokak, das Rückgrat des Viertels, die Gasse, die vom Hadrianstor bis zu den Klippen reicht. Dieser Abschnitt ist ruhiger als das Ende am Tor. Das Pflaster ist schmal und aus Stein, hölzerne Obergeschosse lehnen sich darüber, Bougainvillea quillt aus den Mauern verborgener Höfe; der Lärm des Tors verklingt, bis du vor allem deine Schritte hörst. Halte Ausschau nach einem Minarett, das zu früh endet: ein steinerner Schaft, flach abgeschnitten, ohne Spitze, neben einer langen Steinhalle zu deiner Rechten. Das ist der Halt.
Hıdırlık bedeutet Ort des Chidr: Boden, auf dem das Frühlingsfest Hıdırellez gefeiert wurde, und der Name ist an der Gasse wie am Turm an ihrem Ende hängen geblieben. Die lange Hıdırlık Sokak entlang zur Südspitze der Altstadt, fünf Minuten. Hier war die Ecke der Festung, an der Land- und Seemauern aufeinandertrafen, und die Häuser werden spärlicher, je näher Sie kommen. Die Hıdırlık Sokak endet an der freien Luft. Eine runde Steintrommel auf quadratischem Sockel steht an der Klippenkante, dahinter breitet sich der Park aus, auf zwei Seiten das Meer.
Drei Minuten am Klippenweg entlang, und du bist im Karaalioğlu-Park, Rasen und Palmen auf der Klippe, das Meer direkt darunter. Drei Aussichtspunkte am Rand überblicken den ganzen Golf. Die lange Küstenkurve auf der anderen Seite des Wassers ist Konyaaltı, ein Strand aus kleinen Kieseln statt Sand, dahinter die neueren Türme der Stadt; weiter hinten erheben sich die Beydağları, der westliche Taurus, deren hohe Gipfel bis weit ins Frühjahr Schnee tragen, während unten Menschen schwimmen. Der Spaziergang endet hier, auf einer Bank unter den Palmen, die Dächer der Altstadt im Rücken. Der erste Aussichtspunkt am Klippenrand, mit den Bergen jenseits des Wassers, ist dein Halt.