Nizza ist die Königin der französischen Riviera — eine Stadt aus azurblauem Wasser, ockerfarbenen Fassaden und palmengesäumten Boulevards, die sich um die Baie des Anges schwingen. Um 350 v. Chr. von griechischen Kolonisten als Nikaia, Stadt des Sieges, gegründet, stand sie jahrhundertelang unter den Herzögen von Savoyen, bevor sie 1860 zu Frankreich kam — und ihre Mischung aus italienischer Wärme und französischer Eleganz feiern die Einheimischen noch heute, wenn sie sie Nissa la Bella nennen, das schöne Nizza. Es ist eine Stadt wie geschaffen für gemächliches Entdecken: Mit selbstgeführten Audiotouren durchstreifen Sie sie im eigenen Tempo, während die Geschichten hinter jedem Wahrzeichen in Ihren Ohren erklingen.
Die Erfindung der Riviera
In Nizza wurde die Idee des Riviera-Urlaubs geboren. Ab dem späten 18. Jahrhundert überwinterten britische Aristokraten hier des milden Klimas wegen, und in den 1820er-Jahren finanzierte die englische Gemeinde einen Uferweg, aus dem die Promenade des Anglais wurde — sieben Kilometer Mittelmeerufer, ikonische blaue Stühle und Belle-Époque-Glanz, gekrönt von der rosa Kuppel des Hôtel Negresco (1912). Der russische Adel folgte und hinterließ die orthodoxe Kathedrale Saint-Nicolas mit ihren Zwiebeltürmen, eine der schönsten außerhalb Russlands. 2021 nahm die UNESCO Nizza als Winterfrische-Stadt der Riviera in ihre Liste auf — und ein Audioguide verwandelt den Spaziergang am Wasser in eine Reise durch zwei Jahrhunderte Glamour.
Altstadtgassen und Marktmorgen
Hinter der Uferpromenade liegt Vieux Nice, ein Gewirr enger Barockgassen, in denen Wäsche zwischen Fensterläden hängt und der Duft von Socca — dem lokalen Kichererbsenfladen — aus winzigen Küchen zieht. Der Morgen gehört dem Blumen- und Lebensmittelmarkt am Cours Saleya, der Nachmittag versteckten Plätzen, der barocken Kathedrale Sainte-Réparate und den prächtigen roten Arkaden der Place Masséna. Steigen Sie (oder fahren Sie mit dem Lift) auf den Schlossberg für das klassische Panorama über Dächer, Hafen und Bucht — oben warten ein Wasserfall und die Ruinen der mittelalterlichen Festung.
Kunst, Licht und leichte Ausflüge
Das Licht der Riviera verführte die Maler, und Nizza bewahrt ihr Erbe: Matisses Sammlung füllt eine Villa aus dem 17. Jahrhundert inmitten der römischen Ruinen von Cimiez, während das Nationalmuseum Marc Chagall mit seinem biblischen Zyklus und seinen Glasfenstern leuchtet. Und wenn Sie weiterziehen möchten, sind das mittelalterliche Felsendorf Èze und der pastellfarbene Hafen von Villefranche-sur-Mer nur Minuten entfernt — jedes mit einer eigenen Geschichte, die unterwegs erzählt werden will.
Meer, Markt, Museum, Bergdorf — kaum eine Stadt packt so viel Riviera in einen einzigen Tagesspaziergang.