Vietnams tausendjährige Hauptstadt
Hanoi ist seit mehr als einem Jahrtausend Hauptstadt. Im Jahr 1010 verlegte Kaiser Ly Thai To seinen Hof an eine Biegung des Roten Flusses und nannte die neue Stadt Thang Long — den „aufsteigenden Drachen". Um diese alte Zitadelle herum ist eine der stimmungsvollsten Hauptstädte Asiens gewachsen: konfuzianische Tempel und französische Kolonialvillen, Monumente der sozialistischen Ära und Straßen voller Motorroller, Räucherwerk und dem Dampf der Pho-Garküchen. Es ist eine Stadt der Schichten — und am lohnendsten legt man sie im eigenen Tempo frei, beim Bummeln mit einer selbstgeführten Audiotour, die die Geschichte jedes Wahrzeichens genau in dem Moment erzählt, in dem Sie davorstehen.
Die Altstadt und der See des zurückgegebenen Schwertes
Das Herz der Stadt ist die Altstadt, das älteste durchgehend bewohnte Viertel Vietnams. Ihre Gassen bewahren das mittelalterliche Zunftsystem der „36 Straßen", von denen jede einst nach ihrem Handwerk benannt war — in der Hang Gai wird noch immer Seide verkauft, die Lan Ong duftet noch nach Kräutermedizin — gesäumt von schmalen „Röhrenhäusern", die sich hinter winzigen Ladenfronten tief nach hinten erstrecken. Wenige Schritte südlich liegt der Hoan-Kiem-See, umwoben von einer Legende:
Kaiser Le Loi soll hier von einer goldenen Schildkröte ein magisches Schwert erhalten haben — und nachdem er die Eindringlinge vertrieben hatte, gab er es in die Tiefe zurück. So erhielt der See seinen Namen: See des zurückgegebenen Schwertes.
Überqueren Sie die scharlachrote Huc-Brücke zum Ngoc-Son-Tempel auf seiner Insel, und lassen Sie sich dann von einem Audioguide durch die Legende führen, während hinter Ihnen der Schildkrötenturm auf dem Wasser schwebt.
Ein Jahrtausend der Erinnerung
Hanois Wahrzeichen umspannen dreizehn Jahrhunderte, und jedes trägt eine Geschichte, die es zu hören lohnt. Der Literaturtempel, gegründet 1070, beherbergte Vietnams erste nationale Universität; seine steinernen Stelen auf den Rücken gemeißelter Schildkröten verzeichnen bis heute die Namen der Doktoranden. Die zum UNESCO-Welterbe zählende Kaiserliche Zitadelle Thang Long schichtet Epochen übereinander, von dynastischen Fundamenten bis zum Kriegsbunker D67. Auf dem Ba-Dinh-Platz verankert das Ho-Chi-Minh-Mausoleum die Gründungsgeschichte des modernen Vietnam, während die Tran-Quoc-Pagode aus dem sechsten Jahrhundert still aus dem Westsee aufragt und die Gedenkstätte des Hoa-Lo-Gefängnisses die koloniale und kriegerische Vergangenheit vor Augen führt.
Warum sich der Besuch lohnt
- Geschichte an jeder Ecke — Pagoden, eine Zitadelle, eine gotische Kathedrale und Revolutionsdenkmäler in fußläufiger Entfernung zueinander
- Legendäres Streetfood — Pho, Bun Cha und Eierkaffee, serviert auf Plastikhockern
- Lebendige Traditionen — Wasserpuppentheater, eine tausend Jahre alte Kunstform, allabendlich am Hoan-Kiem-See aufgeführt
Setzen Sie die Kopfhörer auf, wählen Sie eine Richtung — und lassen Sie sich vom aufsteigenden Drachen seine Geschichte erzählen.