Eine Fata Morgana, die geblieben ist
Las Vegas erhebt sich aus der Mojave-Wüste wie eine Halluzination aus Glas und Neon — eine Stadt mit über 40 Millionen Besuchern pro Jahr, gebaut auf einem Fleck Sand, dessen spanischer Name las vegas „die Wiesen“ bedeutet. 1905 als staubiger Eisenbahnhalt gegründet, verwandelte sie sich 1931, als Nevada das Casino-Glücksspiel legalisierte — genau als die Bautrupps des Hoover-Damms mit Lohntüten ankamen, die ausgegeben werden wollten. Alles seither — die Mafia-Jahre, das Rat Pack, der Mega-Resort-Boom — liegt in Schichten im Stadtbild, und am besten legt man diese Schichten mit einer selbstgeführten Audiotour frei, bei der jedes Wahrzeichen im Vorbeigehen seine eigene unwahrscheinliche Geschichte erzählt.
Über den Strip
Der Las Vegas Strip zieht sich rund 6,8 Kilometer den Las Vegas Boulevard entlang, und keine andere Straße der Welt versammelt so viel theatralische Architektur. An einem einzigen Nachmittag können Sie zusehen, wie die Fontänen des Bellagio Wasser aus einem 3,4 Hektar großen See Dutzende Meter in die Höhe schießen, im The Venetian unter freskengeschmückten Decken Gondel fahren, im Paris Las Vegas unter einem Eiffelturm in halber Größe stehen und die schwarze Glaspyramide des Luxor mit ihrem Lichtstrahl umrunden. Jedes Resort ist eine Geschichte von Ehrgeiz, Neuerfindung und gelegentlich organisiertem Verbrechen — das Flamingo, 1946 von Bugsy Siegels Geldgebern eröffnet, setzte die ganze Eskalation in Gang — und mit einem Audioguide an jeder Station wird der Casino-Bummel zur Geschichtsstunde, die wirklich Spaß macht.
Das alte Vegas: die Fremont Street
Downtown, wo die Stadt tatsächlich begann, war die Fremont Street die erste gepflasterte Straße von Las Vegas und Heimat des ersten Hotel-Casinos, des Golden Gate von 1906. Das ist „Glitter Gulch“, wo Ende der 1920er das Neon Einzug hielt und wo der zwölf Meter große Cowboy Vegas Vic seit 1951 den Hut lüftet. Heute verwandelt ein Dach aus rund 49 Millionen LEDs mehrere Blocks allabendlich in eine Lichtshow über den Köpfen — Vintage-Vegas mit voll aufgedrehter Lautstärke, und jedes verblasste Schild hat eine Geschichte, die es zu hören lohnt.
Jenseits des Casinos
Las Vegas belohnt die Neugierigen. Hinter den Spielautomaten warten Küchen von Starköchen, Residencies von Weltklasse, ein „Friedhof“ ausgemusterter Neonschilder und rote Felsschluchten, nur eine kurze Fahrt vom Strip entfernt.
Kommen Sie für das Spektakel, bleiben Sie für die Geschichten. Drücken Sie am Schild “Welcome to Fabulous Las Vegas” auf Play und lassen Sie die Wahrzeichen der Stadt vom seltsamsten Stadtexperiment Amerikas erzählen.