Russlands kaiserliches Fenster nach Europa
Sankt Petersburg wurde 1703 regelrecht herbeigewollt, als Peter der Große beschloss, im sumpfigen Newa-Delta eine europäische Hauptstadt zu errichten. Zwei Jahrhunderte lang war die Stadt Sitz des Russischen Kaiserreichs, und man sieht es ihr bis heute an: ein UNESCO-gelistetes historisches Zentrum aus pastellfarbenen Barockpalästen, vergoldeten Kuppeln und Granitufern, durchzogen von den Kanälen, die ihr den Beinamen „Venedig des Nordens“ eintrugen. Es ist eine Stadt, die man am besten langsam und im eigenen Rhythmus aufnimmt — Kopfhörer auf, während eine selbstgeführte Audiotour von den Zaren, Revolutionen und der Kriegsblockade erzählt, die in fast jede Fassade eingeschrieben sind.
Paläste, Kuppeln und Mosaike
Beginnen Sie auf dem Schlossplatz, wo der grün-weiße Winterpalast das Herz der Staatlichen Eremitage bildet — einer Sammlung von mehr als drei Millionen Werken, von Rembrandt bis Matisse, verteilt über die einstige Kaiserresidenz. Ein kurzer Spaziergang am Gribojedow-Kanal bringt Sie zur Auferstehungskirche (Blutskirche), deren gestreifte Zwiebeltürme sich über rund 7.000 Quadratmeter Mosaiken an der Stelle erheben, an der Kaiser Alexander II. ermordet wurde. Erklimmen Sie die 300 Stufen zur Kolonnade der Isaakskathedrale für ein Panorama über den Dächern, und folgen Sie dann dem Newski-Prospekt — der prachtvollen Hauptstraße der Stadt — vorbei an der ausladenden Kolonnade der Kasaner Kathedrale. Jedes Wahrzeichen hat seinen eigenen Audioguide, sodass sich die Geschichten von Hofintrigen und Revolution genau dort entfalten, wo sie geschahen.
Über die Newa und hinaus aufs Land
Auf einer eigenen Insel in der Newa steht die Peter-und-Paul-Festung, die Geburtsstätte der Stadt von 1703 und Grablege der Romanow-Dynastie. Jenseits des Zentrums lohnen zwei Kaiserresidenzen einen Tagesausflug: Peterhof, das „russische Versailles“, wo die vergoldeten Fontänen der Großen Kaskade allein durch natürlichen Quellwasserdruck gespeist werden, und der Katharinenpalast in Zarskoje Selo mit dem legendären, rekonstruierten Bernsteinzimmer.
Weiße Nächte und Bühnenlichter
Kommen Sie zwischen Ende Mai und Mitte Juli, und die Dunkelheit bricht nie ganz herein: In den Weißen Nächten feiert die Stadt in hellen Mitternachtsstraßen, und an den Ufern versammeln sich Menschenmengen, um in den frühen Morgenstunden das Öffnen der Newa-Klappbrücken zu erleben. Das ganze Jahr über hält Russlands Kulturhauptstadt ihr Versprechen — mit Ballett und Oper im Mariinski-Theater und der weltweit bedeutendsten Sammlung russischer Kunst im Russischen Museum. Wie lange Sie auch bleiben: Ein Audioguide in der Tasche macht aus dieser Stadt, einem Freilichtmuseum, eine einzige fortlaufende Geschichte, die Sie zu Fuß erleben.