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Marrakesch

Marrakesch, Marokkos ockerummauerte Rote Stadt, verbindet eine labyrinthische UNESCO-Medina und das Schauspiel der Jemaa el-Fnaa mit Palästen, Gräbern und kobaltblauen Gärten.

Marrakesch ist die Rote Stadt — um 1070 als Hauptstadt der Almoraviden-Dynastie gegründet und bis heute von den ockerroten Mauern umschlossen, die in den 1120er-Jahren errichtet wurden. Dahinter liegt eines der großen Labyrinthe der Welt: eine UNESCO-gelistete Medina aus überdachten Souks, verborgenen Riad-Innenhöfen und tausend Jahren berberischen, arabischen und andalusischen Handwerks. Diese Stadt versteht man am besten im Umherstreifen — und mit einer selbstgeführten Audiotour im Ohr beginnt jedes Tor, jedes Minarett und jede farbbespritzte Gasse ihre Geschichte zu erzählen, sobald Sie sie erreichen, in Ihrem eigenen Tempo.

Ein Platz wie kein anderer

Alle Wege der Medina münden früher oder später auf die Jemaa el-Fnaa, jene Freiluftbühne, die die UNESCO 2001 als Meisterwerk des immateriellen Erbes auszeichnete. Tagsüber summt sie von Orangensaftständen und Henna-Künstlerinnen; nach Sonnenuntergang bricht sie los — Gnaoua-Musiker, Geschichtenerzähler, Akrobaten und Dutzende dampfender Garküchen. Der Audioguide zum Platz erzählt auch seine seltsamere Vergangenheit, vom Paradeplatz der Almoraviden bis zum Ort öffentlicher Justiz. Über allem erhebt sich die Koutoubia, die Almohaden-Moschee des 12. Jahrhunderts, deren Minarett zum Vorbild für Türme von Sevilla bis Rabat wurde.

Paläste, Gräber und geheime Gärten

Marrakesch belohnt alle, die über den Platz hinausgehen:

  • Bahia-Palast — der Traum eines Wesirs aus dem 19. Jahrhundert: bemalte Zederndecken und geflieste Innenhöfe
  • Saadier-Gräber — die vergoldeten Mausoleen eines goldenen Zeitalters im 16. Jahrhundert, zugemauert und bis 1917 vergessen
  • El-Badi-Palast — die gewaltige, von Störchen gekrönte Ruine des Prunkbaus von Sultan Ahmad al-Mansur, begonnen 1578
  • Ben Youssef — wo Zellige-Fliesen und geschnitzter Stuck ihren Höhepunkt erreichen

Jede Stätte hat ihren eigenen erzählten Guide — die Steine sprechen selbst dort, wo Schilder rar sind.

Blaue Gärten und die Neustadt

Jenseits der Mauern führt das von den Franzosen erbaute Viertel Gueliz zum Jardin Majorelle, dem kobaltblauen botanischen Refugium des Malers Jacques Majorelle, später gerettet von Yves Saint Laurent — mit dem YSL-Museum und einer Sammlung berberischer Kunst nebenan. Dazu die Olivenhaine und das Wasserbecken der jahrhundertealten Menara-Gärten, und Sie haben eine Stadt, die in zehn Gehminuten von Reizüberflutung auf heitere Ruhe umschaltet.

Kommen Sie für ein langes Wochenende, und Sie reisen ab, während Sie schon die nächste Reise planen — Marrakesch ist eine Stadt, mit der man nie ganz fertig wird.

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