Kopenhagen trägt seinen Namen — København, der „Hafen der Kaufleute“ — leicht, aber zu Recht. Dänemarks Hauptstadt ist noch immer eine Stadt, die sich ums Wasser ordnet: Kanäle schlängeln sich an Kupferturmspitzen vorbei, Hafenbusse gleiten dort, wo sich einst Heringsboote drängten, und die Einheimischen schwimmen mitten in der Stadt von Holzstegen aus. Kompakt, flach und berühmt entspannt — ideal, um sie im eigenen Rhythmus mit selbstgeführten Audiotouren zu erkunden: Spazieren Sie von einem königlichen Platz zu einer bohemehaften Kommune und lassen Sie sich von jedem Wahrzeichen seine Geschichte erzählen, sobald Sie es erreichen.
Eine Hauptstadt, gebaut von einem Baumeister-König
Ernsthaft begann die Stadt um 1167, als Bischof Absalon auf der Insel Slotsholmen eine Festung errichtete — auf demselben Grund, auf dem heute Schloss Christiansborg das dänische Parlament beherbergt. Um 1416 war Kopenhagen Hauptstadt Dänemarks geworden, und im 17. Jahrhundert prägte ihr der ehrgeizige Christian IV. die Monumente auf, die noch heute die Silhouette bestimmen: das Renaissance-Lustschloss Rosenborg (1606), in dessen Schatzkammer die Kronjuwelen funkeln und ein Krönungsthron aus Narwalzahn Wache steht; der Runde Turm (1642), den man über eine 209 Meter lange Spiralrampe statt über Treppen erklimmt; und die Kanäle von Christianshavn im holländischen Stil, wo die gewundene goldene Turmspitze der Erlöserkirche Sie herausfordert, die Außentreppe hinaufzusteigen. Ein Audioguide an jeder Station erzählt, wie ein rastloser König einen Heringshafen zur Ostsee-Hauptstadt umbaute.
Märchen am Wasser
Nyhavns bonbonbunte Stadthäuser säumen einen in den 1670er-Jahren gegrabenen Kanal — von schwedischen Kriegsgefangenen, wohlgemerkt —, der lange als raues Seemannsviertel diente. Hans Christian Andersen schrieb seine ersten Märchen in der Nr. 20; seine berühmteste Heldin, die Kleine Meerjungfrau, blickt einen kurzen Spaziergang weiter nördlich übers Wasser, vorbei an den vier Rokoko-Palais von Amalienborg, wo die königliche Garde mit Bärenfellmützen täglich um zwölf Uhr die Wache wechselt. Am anderen Ende des Zentrums zündet der Tivoli (1843) — der Vergnügungsgarten, den Walt Disney offen als Inspiration nannte — in der Dämmerung noch immer Tausende Laternen an. Jeder dieser Orte hat eine Geschichte, die man am besten vor Ort hört: von schiffbrüchigen Seeleuten bis zur Meerjungfrau, die ihre Stimme gegen Beine tauschte.
Die Kopenhagener Lebensart
Fast die Hälfte der Kopenhagener pendelt mit dem Fahrrad, die anderthalb Kilometer lange Fußgängerzone Strøget war ein Experiment, das die Stadtplanung weltweit veränderte, und die Freistadt Christiania lebt seit 1971 nach eigenen Regeln. Dazu Weltklasse-Kunst in der Ny Carlsberg Glyptotek und im Louisiana-Museum weiter oben an der Küste, Smørrebrød-Mittagessen und neue nordische Küche — und Hafenwasser, das sauber genug für ein Sommerbad ist: eine Hauptstadt, die man am besten langsam aufnimmt, Geschichte für Geschichte, mit einem Erzähler im Ohr.